18
Mär
08

Whisk?! goes Musikmesse und hat ungeschützten Musikverkehr mit Ghost of Tom Joad

Och nee, schon wieder diese Menschen von Whisk?!. Schlimm, dass die auch nie mal Ruhe geben. Und ja, ihr habt Recht. In letzter Zeit läppern sich die Blog- Einträge und Konzerttermine. Whisk?! auf dem Weg zur Herrschaft über die deutsche Musikszene? Vielleicht. Aber bis wir da sind, dürfte es noch ein weiter Weg werden. Und die wollen gegangen werden. So jetzt wieder am Freitag. Sogar bis nach Frankfurt.Zumindest für Zwei- Fünftel von uns, nämlich Tobi und mich. Denn wir machten uns auf zur Musikmesse in die Messehallen Frankfurts am Main (was nicht an der Oder liegt…).
Warum der ganze Aufwand? Zum einen, um mal so richtig mit den Instrumenten und dem Gear rum zu “nerden“, zum anderen um Labelpapa Ötte und Sexyama zu besuchen. Denn die beiden haben dort auch ihre Zelte aufgeschlagen, um Öttemusic sowie das Another Level-Tonstudio zu promoten und neue Verrückte ins Boot zu holen. Da darf Whisk?! natürlich nicht fehlen, schließlich haben gerade wir in naher Zukunft so einiges vor, die EP kommt, der Festivalsommer wartet, und wer weiß, wen man so alles trifft.

Also, früh auf. Morgenstund hat aufgetoastete Brötchen in Tobi’s Küche im Mund. Dann geht’s los in Richtung Frankfurt, um 6.30 Uhr. Noch schnell Omek gekidnappt und das Navigationssystem der Familie Laube entwendet, und ab auf die Autobahn. Nach 240 km, ca. 3 Stunden Fahrt und einer herben Enttäuschung darüber, dass Raststätten-„Burger King“- Restaurants tatsächlich um 7.30 Uhr noch keine Whopper verkaufen, treffen wir in Frankfurt ein. Das Auto steht sicher im Rebstock Parkhaus auf B3, was wir dank des extra ausliegenden Erinnerungszettels auch nicht vergessen. (Man sollte nicht meinen, dass ein solcher Zettel wirklich von Nutzen ist, aber er tut es!) Im Shuttle Bus zum Messegelände spürt man nun zum ersten Mal den Vorteil, Ausstellerkarten zu haben.

Da gehts rein!

An der Kasse tauschen wir unsere Gutscheine gegen richtige Eintrittskarten und alle drei werden wir zu „Tobias Brings – Trade Buyer“. Wir betreten Halle 3 und uns eröffnet sich zur aller erst einmal der Blick auf ein Meer aus Tomkesseln und Becken, die das Licht reflektieren. Aus dem gesamten Raum hallen verschiedene Rhythmen entgegen, gespielt auf jedweder Art von Schlagwerkzeug, die in den Sinn kommt. Wir setzen Omek in der Spielzone ab, und setzen unseren Weg fort.

Halle 4 wird unser Hauptarbeitsfeld sein. Auf der Etage 4.2 im Bereich „Studio und Label/ Management“ finden wir den Öttemusic stand. Überraschend klein und eher unscheinbar, dafür aber verdammt gut aufgemacht.
Aber wer Ötte kennt, der weiß eins: Der Mann gewinnt die Leute eher durch Bier, Buletten und seine Omnipräsenz. Präsent ist am Stand jedoch nur selten jemand, da Kontakte ja nicht durch rumstehen und gut aussehen entstehen. Was passiert ist? Zuviel, um alles aufzuzählen. Aber hier einige High- und Lowlights!

– Kein einziger Hersteller darf verkaufen! Das war zwar schon immer so, aber dieses Jahr halten sich auch 99% der Leute daran. Das freundliche Angebot des Boss-Standes müssen wir daher leider ablehnen. Für 1000 Effekt Geräte leben wir leider nicht lange genug, um alle zu verschleißen.

- Im Allgemeinen sind viele Stände nur für die Augen gedacht. Und wenn dann mal jemand etwas zum Ausprobieren anbietet, steht meist schon der fünfte Malmsteen- Look- Alike vor dir, und wixt sein Solo durch.

- Das Essen! Wer zur Hölle bezahlt denn bite 10€ für ein normales Hamburger Menü? Nein, danke, Sky Burger!

- Der Musikbiz- Bereich! Es bewegt sich was, aber eben nur langsam. Die Zahl der Stände ist überschaubar. Die Hälfte der Aussteller sind Musikakademien. Für kleine Bands wie uns ohne Ötte’s Hilfe nur von geringerem Nutzen. Nur der Meister zieht hier de richtigen Fäden. Da kommt was!

- Whisk?! (wants to) meet(s) Slash! Nachdem die Schlange nach 1 ½ Stunden immer noch die gleiche Länge hat wie zu anfangs, geben wir auf.

+ Whisk?! meets Kerry King! Bei diesem Punkt bin ich mir nicht so sicher, ob – oder +, aber es war ein Ereignis. Fest steht: der Mann ist ein Spacken aller erster Güteklasse und so eloquent wie eine Weißwurst. Egal, Tobi und ich haben das „true“ste Metalfoto ever und ein Poster von ihm mit persönlicher Widmung an die Band: „To Whisk – Kerry King KFK – God hates you the most!“ Na, wenn das mal nicht liebenswert ist.

Da gehts rein!

+ Whisk?! goes Internet TV! Ja, tatsächlich. Irgendwie hat der Ötte es geschafft die Menschen von streetclip.tv zu überreden, mal mit uns zu reden. Und so werden wir um 14 Uhr für ein Interview mit der Moderatorin „Nemesis“ (… nur Gott kennt ihren richtigen Namen… Halt, Gott? Nein, ihr wisst schon!) eingeschoben, und wieso? Weil Slash sich verspätet bei der Autogrammstunde. Das bedeutet – Whisk?! im Interview-Support-Slot von Slash!

+ Flyer! An viele Menschen. Und mit einem losen Mundwerk auch hoffentlich ein wenig Erfolg, sie für uns zu begeistern

+ Free Stuff! En masse.

+ Der Samstag! Denn auch wenn offiziell nichts verkauft wird, mit den richtigen Worten schafft man es doch immer Leute zu bequatschen. Und dann hört man häufig eine Antwort: „Also, wenn ihr Samstag kurz vor dem Abbauen kommt…“ Wird gemacht!

Fazit: Musikmesse – definitiv lohnenswert, aber man sollte auch viel Zeit und Geduld mitbringen. Und vor allem eine gute Vorbereitung. Ansonsten gerne wieder. Aber das nächste Mal die ganze Band!

Dann aber zurück, heimwärts. Zwischenstopp bei Burger King. Sie haben wieder auf, oder vielmehr endlich auf. Tobi kriegt seinen Doppel Whopper und sein Schoko- Shake. Weiter geht’s nach GV. Omek nach Hause gebracht. Direkt weiter nach Neuss. Denn da war noch was. Ein Auftritt mit Ghost of Tom Joad im Geschwister Scholl- Haus. Herrlich. Wir mit dieser wunderbar tanzbaren Münsteraner Kapelle, die in letzter Zeit zurecht so viele Lorbeeren einheimsen durfte. Sie waren in der VISIONS, der VISIONS… Wir drückten unsere Freudentränen weg als wir um 19 Uhr in Neuss ankamen, nachdem wir noch fast vom Gegenverkehr am Bahnhof erfasst wurden, als wir links abbogen. (…was, wie sich später herausstellte, verboten war, und 10€ Strafe kostet…) Wer das Scholl Haus kennt, weiß welch gemütliche Atmosphäre dort herrscht. Allein schon der Backstage Raum. Kaminzimmer- Atmo mit Bar, Internetzugang, Kicker und Billard. Dazu flattern nur gute Nachrichten ins Haus: Wir kommen an – direkt geht der Soundcheck über die Bühne. Wir sind damit fertig – wir essen jetzt alle zusammen. Ja, man kochte sogar für uns! Spätzle mit Fleisch und Pilzsauce, oder eben ohne, für Benni, die alte Veggie-Plauze! Welch guter Start in den Abend. Danach ein kleiner Dämpfer. Die Anzahl der Zuschauer erfüllte nicht ganz unsere Erwartungen, aber mit ca. 50 Mann war noch zu rechnen. Sogar spontan angerufene Menschen, die auf dem Geburtstag ihres eigenen Vaters waren, nahmen den Weg und einen Strafzettel in Kauf, um noch zu uns zu eilen. Dafür noch mal einen Riesendank! Ich will gar nicht wissen, was wir ohne all die Unterstützung machen würden. Und genau deswegen gingen wir dann auch voll motiviert um 21 Uhr auf die Bühne, um mit unseren acht Songs den Abend zu eröffnen. Vom Opener „Paper Ropes“ bis zum Ende „Set the Melody“ war Bewegung auf der Bühne, und zu unserer Überraschung auch davor. Schön, mal wieder alte Gesichter zu sehen, denen unsere Musik Spass macht. Um 21.40 Uhr räumten wir die Bretter und machten Platz für Ghost of Tom Joad! Einfach nur großartig, was die drei Mann da ablieferten. Mit wunderbar viel Energie luden sie freundlichst zum Abspacken ein und heizten fast eine Stunde lang den Tanzwilligen ein. Nicht zu vergessen, ihnen gelang die Zugabe sogar zweimal. Ja, nicht nur einmal – zweimal! Außerdem halten sie von nun an den Titel der Band inne, die wohl am häufigsten den Namen, der gerade bespielten Stadt in ihr Set und ihre Ansagen einbauen inne: Aus „Köln-Paris-New York“ wird „Neuss-Grevenbroich-New York“ – Endlich mal eine Enumeration, die Sinn ergibt. Schön auch mit anzusehen: Das „Drumsolo“ von Sänger Henrik und sein beinahe Abgang von der Bassdrum, das apathische Zucken von Bassist Jens und Drummer Christoph, der selbst den herbsten Punkrhythmus mit nur einem Stick weiterspielt, während er den zweiten blind vom Boden greift. Um kurz nach 23 Uhr ist Schluss! Schnell noch hin und ein T-Shirt sichern. Nach der großartigen Beratung von Bassist Jens: „Was dir passen würde? Ja, ich schätze mal S ?!“, fällt meine Wahl doch auf Größe M. Und sogar wir verkaufen 3 Shirts. Danach Abbau. Teamwork ist angesagt, vor allem bei Jens’ Ampeg-Bassbox-Kühlschrank. Möbelpacker werde ich nie freiwillig. Zum Schluss noch Small Talk, ein kleines Fazit vom Abend und ein gemeinsames Abschiedsfoto auf der sommerlichen Terrasse des Scholl-Hauses. Dann heißt es Abschied nehmen, bis zum Viva la Nature-Festival im Juni. Es bleibt festzuhalten: Diese Band verdient ein großes Forum. Schade, dass nicht mehr Leute die Gelegenheit genutzt haben, sie noch in diesem kleinen Rahmen zu sehen. Wir sind auf jeden Fall kollektiv begeistert, und euphorisch, und freuen uns schon wie Bolle aufs nächste Mal. Und jetzt ab nach Hause!

Cheers, Bringo

Noch ein paar weitere Impressionen des Tages:


Da gehts rein!
Da gehts rein!

Da gehts rein!
Da gehts rein!

Da gehts rein!
Da gehts rein!
Da gehts rein!


Und zum Ende noch ein wunderbares Gruppenfoto:

Da gehts rein!

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